128.
Generalversammlung vom 7. Dez 1902 in der Wirtschaft des Herrn Eduard Hauseur.

Der stellvertretende Vorsitzende eröffnete zu der anberaumten Zeit die Versammlung u. hieß dieselbe herzlich willkommen. Er bedauerte sehr, daß diese Versammlung leider nicht wie früher bekannt gemacht worden sei /. u /. bemerkte zu gleicher Zeit, daß wegen besonderer Gründe nicht wie abgesprochen bei Herrn Hilarius Strauch dieselbe abgehalten werden könnte. Er verlas das vorstehende Protokoll u. bemerkte dann daß er, da der Herr Bürgermeister am vorigen Sonntag das Versammlungslokal verlassen habe, keine Gegengründe anbringen haben könne, wollte dieses nun nachholen, worauf derselbe, dasselbe zur Kenntniß der Versammlung gab, u. zwar wie folgt:
Bei Revision der Rechnungen der Bezugsgenossenschaft durch den Vorstand im Monat März stießen wir auf sehr hohe Rückstände unsers Lagers, besonders, da selbiges noch nicht länger bestand. Hierbei würde bemerkt wo sich eine bedeutend hohe Summe befindet u. unser Kasino aufzukommen habe. Außerdem fehlte uns die Rückvergütung aus den Jahren 1900 + 1901 sowie die bei unserm Lager gemachten Mehreinnahmen durch Abrunden u.s.w. Ich ging damals in der Beruhigung von dannen, die Sache wurde bald ihre Erledigung finden. Dies geschah aber nicht. Eines Tages war ich beim Herrn Bürgermeister auf dem Bureau. Als ich meine anderen Geschäfte erledigt hatte, fragte ich denselben, wie es mit allen den Rückständen aussehe, die unser Lager bei der Bezugsgenossenschaft habe. Hierauf sagte Herr Bürgermeister unter anderm, der Auszug von Herrn Rendanten Thoma stimme nicht. Ich dachte dies würde genützt haben , Aber keines Falls. Ich muß offen gestehen, die Sache wurde für mich bedenklich. Bald nachhe(r?) war bei Herrn Weihshaupt unsere lezte Kasinoversammlung , wo Herrn Mullenmeister wie Herrn Bürgermeister Rechnung legen sollte. Natürlich letztere wurde nicht gelegt Bei Rechnung Herrn Müllenmeister bemerkte ich sofort, daß die Rückvergütung fehlte, welche Herrn Rendant Thoma schon längst gut geschrieben habe. Auch war noch keinen Heller verzeichnet von den in einem halben Jahre gemachten Uberschüsse in unserm Lager, wo jedoch unsere Kasinokasse Defcit nachwies und wir bei unserm lezten Stiftungsfeste Schulden machen mußten. Herr Bürgermeister verlangte nun von Herrn Rendanten Zahlung der 202 M Rückvergütung, nachdem selbige ihm längst von seinen Rechnungen abgeschrieben worden waren. Nach einigen Briefwechseln, zahlte nun Herr Bürgermeister die 202 M an Herrn Drohson aus. Uber diese Weigerung besonders beunruhigt und da bei schlechtem Ausgange der Sache mir die Hauptursache aufgebürdet werden würde, sezte ich einige Vorstandsmitglieder unseres Casinos von dem Gesehenen u. dem Gehörten in Kenntnis u. baten wir den Herrn Bürgermeister eine Versammlung abzuhalten und uns das Lager sowie die Rückstände vorzuzeigen, welches Herr Bürgermeister that, jedoch nur Rechnung bis Neujahr. Bei einer etwas ausgedehnten Debatten wegen dieser Rückständen bei der Bezugsgenossenschaft bemerkte derselbe wieder, daß der Auszug oder die Sache bei Herrn Thoma nicht stimme u. hatte ich dieses Lezterem mitgeteilt welcher nun davon Anzeige gemacht hatte. Ich wurde nachher durch Herrn Bürgermeister gebeten aufs Bureau zu kommen u. verlangte derselbe dies bei Herrn Rendanten Thoma zurückzunehmen. Ich habe zur Antwort gegeben, diese Ausrede habe er 2 x gemacht u. ob ich ein derartiges zurücknehmen würde, muß ich mir zuerst bedenken. So etwas nehme ich nicht ohneweiteres zurück. Worauf erwiedert wurde, er würde dann die Sache zur Anzeige bringen. Hierauf gab ich zum Bescheid das mögen Sie dann thun. Herr Bürgermeister hat nun an Herrn Bürgermeister Hen (Eigenname in lat. Buchstaben??) ber (gemeint: berichtet??), ich hätte ihm versprochen, das Gesagte zu wiederrufen u. wurde nun zur Tagesordnung übergegangen.
I Punk.     Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung beitrag, wobei 20 neue Anmeldungen stattgefunden habe(n?).
II Punkt   Bestellung der Obstbäume. Die überzähligen Obstbäume wurden alle bestellt und zwar für die Mitgliede zur Taxe v 1 M. für Nicht miglieder 1,25 M.
III Punkt   Besprechung wegen Rückvergütung. Es wurde bestimmt, in einer im Monat Januar stattfindende(n?) Versammlung auszuzahlen.
IIII Punkt Abhalten eines Stiftungsfestes welches einstimmig auf den 28 Dez festgelegt wurde u zwar mit Verlosung im Betrage von 75 M nebst dem Beitrage der noch beitretenden Mitglieder
VI Punk. Allgemeine Besprechung. Auf Antrag des Herrn J. Hauseur sollten die Statuten einer genauen Prüfung unterzogen werden. Ferner beantragte derselbe neue Anschaffung eines schweren Häufelpfluges was allgemein anerkannt wurde.
         V,     G.     U.
Knein   Hauseur   Drohson