Abschrift.

Rechnungsabschluhs
 
der Kasse des Casinolagers
zu
Imgenbroich

Auf Grund des ordnungsgemäß geführten Kassenbuches wird festgestellt pro Geschäftsjahr 1902 (ab 1. Januar 1902)
Die Einnahme       auf   4354,59 M (Vollbetrag)
Die Ausgabe         auf   4173,39 “_  
                              bleibt 181,20 “ Bestand (Voll)

Von obiger Einnahme
sind noch rückständig,
jedoch in obigem Betrage
mitenthalten sind
laut Restverzeichnis:     165,20 M
Mithin in Baar vorhanden 16,00 “
Von obigem Sollbestande mit 181,20 M sind noch an die Bezugsgenossenschaft zu zahlen laut Rechnungsbeleg No 23 ~ 44,62 M, sodaß nach Deckung dieses Betrages dem Casino ein Überschuß von:                      181,20 M 44,62 M = 136,58 M zu überweisen wäre.
           
            Imgenbroich, den 30. November 1902
               gez. Kleinen, Bürgermeister,
                       Vorsitzender des Kasinos.

Die Prüfung der Bücher
u. der Rechnungen ergab
die Richtigkeit derselben und
die Richtigkeit des vorstehenden
Abschlusses.
Imgenbroich, den 30. XI. 1902
            Der Vorstand des Kasinos:
Drohson   Paul Knein   Pick
                   Hauseur
 
127.
Versammlung in der Wirtschaft Theodor Strauch am 30. November 1902.

Nach Eröffnung der Sitzung und Verlesung des Protocolles der letzten Sitzung entwarf der Vorsitzende, Herr Bürgermeister Kleinen, einen Rückblick auf die Thätigkeit des landwirtschaftlichen Kasinos überhaupt und namentlich über die Wirksamkeit und die Bestrebungen des z Zt. zum Wohle der hiesigen Landwirtschaft eingerichteten Lagers für landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände. Alsdann bemerkte der Vorsitzende, daß dieser Versammlung infolge der versteckten mündlichen und brieflichen Angriffe und Verdächtigungen des Vorstandsmitgliedes, Herrn Paul Knein, bereits zwei von ihm, dem Vorsitzenden, selbst anberaumte Vorstandssitzungen, die erste unter Ausschluß des Herrn Knein, zum Zwecke der Prüfung der Bücher und Rechnungen voraufgegangen seien.
Diese Prüfung habe in beiden Fällen die Richtigkeit derselben und des nebenstehenden Abschlusses, der vom Vorsitzenden nochmals verlesen wird, ergeben. Die Versammlung erklärte sich ebenfalls von der Richtigkeit des nebenstehenden Abschlusses überzeugt. Herr Bürgermeister Kleinen legte hierauf den Vorsitz nieder und verließ die Versammlung mit der Begründung, daß er nicht länger mit diesem Vorstandsmitgliede zusammenwirken könne.
Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Paul Knein, übernahm hierauf den Vorsitz und regte zu Besprechungen über landwirtschaftliche und das Kasino betreffende geschäftliche Fragen an. Als die Versammlung auch zu diebezüglichen Beschlüssen übergehen wollte, bemerkte das Vorstandsmitglied, Herr Joseph Hauseur, daß am heutigen Abend statutengemäß kein Beschluß gefaßt werden könne, weil keine Tagesordnung vorgesehen sei. Zu diesem Zwecke sei eine neue Versammlung einzuberufen; der Termin derselben wird von den Anwesenden auf Sonntag den 7. Dezember in der Wirtschaft des Hilarius Strauch anberaumt, da nach Bericht des Protocollführers das Bürgerkasino, in dessen Räumlichkeiten früher auch landwirtschaftliche Versammlungen abgehalten wurden, vorläufig auf eine Sitzung in seinen Räumen Verzicht geleistet habe.
Hierauf fand eine lebhafte Diskussion zwischen dem unterzeichneten Protocollführer und dem stellvertretenden Vorsitzenden statt, in welcher der Unterzeichnete mit der ausdrücklichen Betonung, daß er ohne Rücksichtnahme auf Personen spreche, zu einer sachlichen Betrachtung der bedauerlichen, unliebsamen Vorkommnisse anregte und den stellvertretenden Vorsitzenden zur Äußerung über sein, in der gelindesten Form gesagt, durchaus nicht einwandfreies, unbefugtes Vorgehen aufforderte.
Die Verteidigungsgründe des stellvertretenden Vorsitzenden waren nach Ansicht des Unterzeichneten nicht stichhaltig. Die Versammlung äußerte kein Urteil. Der Protokollführer legt ebenfalls unter Berücksichtigung dieser bedauerlichen Zwistigkeiten sein Amt nieder.
Imgenbroich, den 30. November 1902
Pick, Protocollführer.