No. 103
Versammlung bei Weishaupt, den 25. März 1896.

I.   Geschäftliches.
a.) Der Vorsitzende macht Mitteilung, daß die neuen Wieseneggen angekommen und zur Verfügung ständen, sie hätten sich in den paar Tagen, die sie hier benutzt worden seien, sehr gut bewährt & 1 Pferd könne sie leicht ziehen. Der Preis für Benutzung stellt sich pro Tag 0,75 M, pro ½ Tag 0,40 M.
b.) Der Vorsitzende verliest weiter ein Angebot des Eupener Ziegen-Zuchtvereins, wonach ein Original-Schweizerbock von 3 Wochen 10 M, ein solcher von 2 Monaten 25 M kostet und Kreuzungsbocklämmer (7. 8. Kreuzung) von 3 Wochen 7 M & von 2 Monaten 20 M. kosten. Es wird einstimmig beschlossen, einen Original-bock von 25 M anzuschaffen. Mit dem Ankauf und mit der Unterbringung desselben werden der Vorsitzende & Bgmstr. Kremer betraut.
II.   Rechnungsablage.
Kassenbestand 1. Januar 1896:
Einnahmen 196,91 M., Ausgaben 126,70, damit Bestand 70,21 M. Als Revisoren fungierten Rendant Thoma & H. Mathie. Dem Kassierer wird decharge erteilt.
III. Vorstandswahl wird auf die nächste Tagesordnung gesetzt.
IV. Vortrag des Direktor Wintgen über „Gartenbau“.
a. Bearbeitung.
Umgraben im Herbst in rauher Furche sehr vorteilhaft – Frost, Schnee, Regen zersetzen – Umgraben im Herbst besonders nötig, wenn mit Stalldünger gedüngt werden – Unkraut.
b. Düngung.
Stalldünger, bester, enthält alle Nährstoffe – Gründüngung (Bohnen, Erbsen, Wicken, Lupinen etc.) sind Stickstoffsammler – bereichern durch ihre Wurzeln den Boden an Stickstoff – darum darnach Kappus, Kohl, Kartoffeln anbauen, haben Stickstoff im Boden nötig – Künstliche Düngemittel – Kainit & Thomaschlacke (Thomasschlacke) – Phosphorsäure oder Kali in Form von Stalldünger oder Kompost für Erbsen & Bohnen, weil sie Früchte bringen sollen – Stickstoff in Form von Jauche & Abtrittdünger für Kappus & Kohlarten, weil sie Blätter zu unserer Benutzung bilden sollen – Bewässerung der Pflanzen – benetzen, nicht bei Tage, weil Wechsel zu stark – im Frühjahre morgens wegen Spätfröste – im Sommer abends.
Ein „Bravo“ lohnte die gediegenen klaren Ausführungen. Die hieran sich anschließende sehr lebhafte Diskussion bestätigte die Richtigkeit, sowie Wichtigkeit des Gehörten. Die Herbstbearbeitung findet hier noch so wenig statt, weil der nötige Dünger fehlt.

           a.       u.       s.  
Der Direktor,   der Schriftführer,
Wintgen.              Honold.