No. 73.
Verhandelt, den 22.Novbr. 1891 in der Wirtschaft Weishaupt.

I.   Geschäftliches:
1.) Der Vorsitzende erklärte den sehr zahlreich erschienen Casinomitgliedern, daß es nötig sei, die Veredlungen der hiesigen Baumschule durch Stützen zu schützen. Diese Arbeit wurde dem Gärtner Argembeaux übertragen.
2.) Die Viehwage wird in nächster Zeit angeschafft.
Hierauf ging er zur Tagesordnung über.

a. Neuwahl des Vorstandes. § 7 der Statuten.
Der vorigjährige Vorstand wurde per Acclamation wiedergewählt. Sämmtliche Herrn nahmen die Wahl an. Der Vorstand besteht somit aus den Herrn:
Direktor Dettinger, Vorsitzender,
P. Knein, stellvertr. Vorsitzender,
Honold, Schriftführer,
Müllenmeister, Kassierer.

b. Der Vorsitzende hielt nun einen Vortrag über: Molkereigenossenschaften.
Die Disposition hierzu war folgende:
  1. Genossenschaftswesen überhaupt,
  2. die rationelle Milchwirtschaft ist sehr schwierig,
  3. im Kleinbetrieb unmöglich,
  4. hierin noch mehr unmöglich durch die Centrifugen,
  5. Beschreibung derselben,
  6. Mehrausbeute,
  7. größte Reinlichkeit,
  8. bessere Qualität,
  9. unabhängig von der Witterung,
10. Kleine Landwirte können sich diese Vorteile nur durch genossenschaftlichen Betrieb zu Nutzen machen.
11. Vorurteile gegen Genossenschaften,
12. gegen alles Neue,
13. Angst vor der Haft des Genossenschaftsgesetzes,
14. mangelhafte Ernährung der Kälber, Rinder,
15. durch Centrifugieren bessere Viehzucht, also Fütterung
16. beschränkter und unbeschränkter Betrieb,
17. Resultate im: Westfälischen und Hannoverischen.
Wie sehr der Vortrag das Interesse der Mitglieder weckte, zeigte die nun folgende Diskussion; aber: Gut Ding, will Weile haben.
Bis zu einer demnächstigen Casinositzung wollen die Mitglieder das Gehörte im Familienkreise besprechen und sich ev. entschließen.

c. Allgemeine Diskussion:
1.) Bezüglich der Thätigkeit des landwirtschaftlichen Casinos in diesem Winter 1891/92 soll vorerst die Molkereigenossenschaftsfrage festgehalten werden.
2.) Ein Anbauversuch mit Alpfrühhafer hat gute Resultate erbracht.
3.) Welche ist die beste Speisekartoffel hierorts? Die Meinungen waren geteilt. Genannt wurden: Magnum bonum und Rotauge.

         a.       u.       s. 
Der Vorsitzende,   der Schriftführer,
Dettinger               Honold.