No. 68.
Stiftungsfest
abgehalten, 25. Januar 1891 in der Wirtschaft Offermann.

Das diesjährige Stiftungsfest war zahlreich besucht. Der hiesige Gesang- und Musikverein halfen es verschönen und beleben.
I.   Der Vorsitzende, Herr Direktor Dettinger, eröffnete das Fest mit einer Begrüßung der erschienen Casino-Mitglieder nebst Familien und der Gäste.
II.   Nach einem Gesangvortrag hielt Herr Direktor den Vortrag:
a. Kälberaufzucht.
Durch die Geburt wird das Kalb in unsere Hand gelegt. Die erste Nahrung ist Muttermilch.
Methoden zur Kälberaufzucht:
1.) Saugenlassen der Kälber willkürlich.
2.) Saugenlassen durch mehrmaliges Verbringen des Kalbes ans Euter.
3.) Tränken aus dem Kübel.
Von der 7. Woche an bekommt das Kalb feste Nahrung. Bei Entziehung der Milch nehme man Kraftfutter: Zuerst gutes Heu, Hafer, Roggenkleie, Malzkeime, Brot etc.
b. Centrifugal-Molkereiverfahren.

III. Im Anschlusse hieran bemerkte Herr Bürgermeister Hahn, daß centrifugierte, also magere Milch, blau aussehe, süß schmecke und in der Haushaltung zum Kochen, etc. noch sehr gut sei. Eine Centrifuge werde von der Localabteilung probiert werden, wozu er sich Frauen zum Ansehen erbitte.
IV. Nach Beendigung eines Gesang- und Musikvortrages wurde zur Einziehung des halbjähr.
V. Beitrages geschritten. Es traten verschiedene Gäste als Mitglieder bei. Hierauf
VI. folgte gleich die Verlosung der angekauften, nur der Landwirtschaft dienlichen, Gegenstände.
VII. Ein Lied und einige Worte des Vorsitzenden beschlossen die Sitzung. Zum Abschlusse des Festes spielte Terpsichore (Muse des Tanzes) ihren Kindern kurze Zeit zum Tanze auf.

         a.       u.       s. 
Der Vorsitzende,   der Schriftführer,
Dettinger               Honold.