No. 46.
Verhandelt Imgenbruch 21 Febr. 1886 in der Wirtschaft des Gerh. Offermann
I   Geschäftliche Mittheilungen.
Der Vorsitzende legte die eingegangenen Samenverzeichnisse vor und stellte zur gutachtlichen Äußerung mehrere Proben von Kleesamen aus.
II Vortrag des Hrn. Pfarrer Lefils über Hühnerzucht.
Er theilte die Hühner ein in solche die 1.) besonders zum Eierlegen gehalten werden. 2.) in fleischproduzierende 3.) in Brut und 4.) in Zierhühner.
Für die ad 1 genannten wurden besonders die Italiener empfohlen. aber auch eine gute hiesige Race sei nicht zu verwerfen.
Grünes Futter verlangen die Italiener sehr; deshalb kann man sie in der Nähe des Gartens nicht halten. Milch taugt für eierlegende Hühner nicht, es setzt zu viel Fett an.
Wenn die Hühner lange nicht ausgehen können, um den nöthigen Stoff zur Schalenbildung zu suchen, so gebe man ihnen Eierschalen oder klein zerstoßene Knochen. Länger als 4 Jahre soll man die Hühner nicht halten, weil dann die Hauptlegezeit vorüber ist. Die beste Zeit zum Brüten ist der April oder der Mai. Die um diese Zeit ausgefallenen Küchlein legen gewöhnlich ½ Jahr früher als die später gezogenen.
Drahtnester sind allen anderen vorzuziehen, weil sich das Ungeziefer nicht so viel darin aufhält. Sie werden deshalb von den Hühnern sowohl beim Eierlegen als auch beim Brüten aufgesucht.
Schließlich sprach der Kreisthierarzt Krause über die am häufigsten vorkommenden Hühnerkrankheit und deren Heilung.
III Die Versammlung beauftragte den Vorstand Porzellaneier als Nesteier zu beschaffen und einige Drahtnester als Probenester kommen zu lassen und in der nächsten Versammlung zur Begutachtung vorzulegen.

         a.       u.       s. 
der Schriftführer, der Vorsitzende
Ferber