No. 43.
Verhandelt Imgenbruch d. 8 Novemb 1885 in der Wohnung des Wirten Leon. Weishaupt
I   Der Vorsitzende theilte der Versammlung mit, daß der Central. Verein in Bonn in Anerkennung der Leistungen dem hiesigen landw. Casino 75 M geschenkt habe. Das Casino stattet hierfür den wärmsten Dank ab.
II Wegen das durch die nasse Witterung im letzten Herbst ist das Viehfutter theilweise schlecht eingebracht worden. Deshalb ist gutes Beifutter dringend nöthig. Und da die geernteten Runkeln, Kohrüben (soll wohl Kohlrüben heißen – s. No. 39 IV) & c. nicht dazu ausreichen, so schlug der Vorsitzende vor, Rübenschnitzeln (Reste der Zuckerrüben) aus den Zuckerfabriken versuchsweise dazu zu verwenden. Der Vorschlag fand allgemein Beifall; deshalb wurde der Vorsitzende gebeten die möglichst billigste Bezugsquelle zu ermitteln und 1 Waggon zu bestellen.
III Über Verfütterung der Knollengewächse.
Will man Fleisch erzeugen, so füttert man die Knollengewächse erst, nachdem man sie gekocht hat; roh gegeben erzeugen mehr Milch. In zu großen Portionen dürfen selbe nicht gegeben werden. Die beßte Art und Weise ist, wenn man sie mit geschnittenem Heu oder Haferstroh vermengt, den Thieren vorsetzt. Heu und Stroh dürfen nicht zu klein geschnitten werden. Angenehmer und besser ist das Futter der Knollengewächse wenn sie gestoßen und nicht geschnitten werden.
IV der Anbau der Feldmöhren wurde besonders empfohlen. Sie sind ein ausgezeichnetes Futter für das Vieh. Besonders werden sie von den Schweinen geliebt. Den Fohlen sind sie namentlich sehr gesund und bei älteren Pferden kann man damit Hafer sparen.

         a.       u.       s. 
der Sekr.         der Vorsitzende
Ferber             M. Kreuz.