No. 29.
Verhandelt Imgenbruch in der Wohnung des Wirten Theod. Strauch d. 10. Febr. 1884.
I Geschäftliche Mitteilungen.
a. Auswahl der zur Anpflanzung bestimmten Obstbäume.
b. Angabe der von der Samenhandlung Itzenplitz gemachten Offerten über Garten und Feldsämereien sowie gemeinsame Bestellung derselben.
c. Durch Stimmenmehrheit wurde beschlossen einen Dombasle-Pflug
(nach dem Agronomen Mathieu de Dombasle benannt ??) auf Rechnung des Vereins anzuschaffen.
d. Besprechung über die Aufbewahrung der Geräte des Vereins.

II Vortrag des Vorsitzenden über die Vermehrung und den Schaden des Hedderichs, so wie Angabe einiger geeigneten Mittel gegen dieses Unkraut.
Der Hedderich überwuchert die junge Saat, namentlich die schwache, nimmt ihr die zum Gedeihen nötige Luft so wie das Licht und beraubt sie der Nahrung.
Ganz läßt sich dieses Unkraut nicht aus dem Boden ausrotten, denn der Same widersteht jeder Witterung und bleibt jahrelang im Boden keimfähig. Wird er durch die Bearbeitung des Ackers an die Oberfläche gebracht, wo Luft und Wärme auf ihn einwirken können, so keimt und wächst der Samen, der oft mehrere Jahre im Boden geschlummert hat. Der Hedderich vermehrt sich sehr stark. Eine einzige Pflanze erzeugt eine große Menge keimfähigen Samens.
Wenn auch nun, wie oben gesagt, kein Mittel bekannt ist, um dieses Unkraut radikal auszurotten, so gibt es doch einige, welche die Schädlichkeit vermindern.
Hierzu gehören:
1.) Für gutes, keimfähiges von allem Unkrautsamen freies Saatgut zu sorgen.
2.) Nicht zu dünn zu säen, Je dichter der Stand der Saat, deste weniger kann der Hedderich nicht so gut aufkommen. Ist dagegen die Saat zu dünn, so wird er bald das ganze Feld überwuchern.
3.) Vertilgung des Hedderichs vor der Reife; etwa durch Ausjäten oder Abschneiden mit der Jätemaschiene.
Diese Arbeit ist sehr zeitraubend und mit vieler Mühe verbunden, daher nicht zu empfehlen.
4.) Häufiges Pflügen und Übereggen des Feldes.
Bleibt der Acker nach der Ernte eine Zeitlang liegen, so keimt der an der Oberfläche liegende Hedderich-Samen . Sobald das Feld hiervon grün geworden, wird es tüchtig übereggt und somit der gekeimte Samen zerstört. Ebenso macht man es im Frühjahr, wenn auch die Saat dadurch etwas verspätet wird.
5.) Mehrmalige Bestellung des Ackers mit einer Hackfrucht stört sehr die Entwicklung und Vermehrung des Hedderichs.

         a.       u.       s. 
der Vorsitzende, der Sekr.
M. Kreuz              Ferber