No. 28.
Verhandelt Imgenbruch im Casino d. 6. Jan. 1884.
I Geschäftliche Mitteilung
Die Samenhandlung Itzenplitz in Cöln offerirt seidenfreie Rotkleesamen zu 0,65 M pro Pfd.-Bestellungen werden entgegengenommen.
Desgl. auf den in vor. Sitzung empfohlenen Kainit.
II Vortrag des stellv. Direktors Hrn. Kreuz über die Milch, ihre Behandlung und Bearbeitung derselben.
a.) Einleitung
b.) Peinliche Reinlichkeit ist das erste Haupterforderniß für einen vorteilhaften Molkereibetrieb.
Dazu gehört das Abwaschen des Euters vor dem Melken. Dieses kann am besten mit warmem Wasser und einem leinenen Lappen geschehen. Jede Unreinigkeit versäuert die Milch , indem dadurch sich der Milchzucker in Milchsäure verwandelt.
c.) Reine Luft muß in allen Molkerei Gebäuden sind. Die Milch soll daher nicht in den Wohnstuben, noch viel weniger in den Schlafkammern aufbewahrt werd
d.) Abkühlen der Milch gleich nach dem Melken. Man kühlt die Milch ab, indem man sie vor dem Ausgießen in die Satten in kaltes Wasser stellt. Hierdurch erzielt
man auch
e.) Möglichst langes Süßerhalten der Milch während dem Aufrahmungsprozesse.
f.) Beschaffenheit der Geschirre.
Die hölzernen Geschirre bedürfen viel Arbeit, wenn sie gehörig rein gehalten werden sollen. Sie sind also nicht zu empfehlen. Besser sind die steinernen, jedoch werden die von Eisenblech, wenn sie gut verzinkt sind, den Vorzug erhalten.
g.) Über die Aufrahmmethode.
h.) Aufbewahrung des Rahmes in einem guten Orte und in reiner Luft.
i.) Regulierung der Temperatur des Rahmes vor dem Buttern.
k.) Das Buttern.
l.) Verarbeitung der Butter, Kneten, Salzen.
m.) Färben der Butter.
n.) Schluß.
III Die Vorarbeiten zur Regulierung der Flurwege waren bei den Commissionen nicht so weit gediehen, daß darüber verhandelt werden konnte. Es wurde deshalb bis zur nächsten Versammlung ausgesetzt.

                 a.       u.       s. 
der stellv. Direktor        der Sekr.
M. Kreuz                       Ferber