No. 26.
Verhandelt zu Imgenbruch in der Wohnung des Wirten Hauseur d. 4. Nov. 1883.
Vortrag des stellv. Vorsitzenden über Obstbaumzucht.
a. Wahl der Sorten:
Nicht jede Obstsorte paßt für das hiesige raue Klima. Unter den vielen Sorte sind etwa nur 7, die sich für unsere Gegend eignen. Daher ist beim Pflanzen und Veredeln wohl darauf zu achten, daß man Stämme resp. Edelreisen von einer geeigneten Sorte wählt.
b. Bezugsquelle der jungen Bäume .
Es ist nicht ratsam, Bäume zum Pflanzen aus einer bessern Gegend zu beziehen. Für uns wurde Trier empfohlen. Zeitige Bestellung ist unerlässlich, wenn man schon e Ex. sicher sein will.
c. Pflanzen der Baume.
Die Pflanzgrube der Bäume soll 3 Fuß lang und breit und 3’
(’=Zeichen für Fuß) tief sein und wo möglich im Herbst ausgeworfen werden. Die Grube wird im Frühjahr zum Teil mit Komposterde gefüllt und das Bäumchen, welchem die beschädigten Wurzeln von unten nach oben mit einem scharfen Messer beschnitten sind, eingesetzt. Hierbei ist noch zu beachten, daß die Wurzeln alle horizontal zu liegen kommen. Ist der Baum gepflanzt, so wird ihm eine Stütze gegeben, die ½ ’ (oder /2’ ??) höher als der Baum ist und die den Baum in Sturm und Wetter stützt.
d. Pflege der Bäume.
Jeder Baum muß von Zeit zu Zeit gedüngt werden. Als Dünger ist Jauche mit Asche vermengt, auch Knochenmehl anzuwenden. Die Wunden des Baumes müssen glatt geschnitten und mit Theer bestrichen werden. Selbst Krebsschäden lassen sich auf diese Weise heilen.
Die Rinde der Bäume soll rein gehalten und das Moos daran entfernt werden.
Das Betreichen des Stam und der Aeste mit Kalkmilch vermischt mit Kuhdung ist sehr zu empfehlen. Diese Operation wird im Herbste vorgenommen.
Bei den allgemeinen Besprechungen wurde der Wunsch laut, einige Flurwege anzulegen. Eine Commission bestehend aus den Herren:
1.) Mertens Hub
2.) Mertens Math. Hub
3.) Knein Paul
4.) Widdauer Pet.
5.) Hauseur Heinr. Jos.
wurde gewählt, die in der nächsten Versammlung Vorschläge darüber machen sollen.
Der halbjährige Beitrag wurde mit 0,60 M erhoben.
Hr. Jos. Hauseur schenkte dem Verein ein Hedderich Jäter 
(f. Hederich ?? = Ackerunkraut), wofür ihm der Dank der Versammlung wurde.

                 a.       u.       s.
Der stellv. Vorsitzende,   der Sekr.
M. Kreuz                                  Ferber