No. 24.
Verhandelt Imgenbruch in der Wirtschaft des Theod. Strauch d. 12. Aug. 1883
I. Wegen dauernder Abwesenheit des Vorsitzenden des landw. Casino hier Hr. Bürg. Kloeters wurde durch große Stimmenmehrheit der Direktor der landw. Schule Hr. Kreutz hier zum stellvertretender Vorsitzender des Casino gewählt.
II. Vortrag des Hrn. Kreutz.
a.) Wie soll das schlecht eingebrachte Heu behandelt werden, damit es nicht verdirbt.
Bei trockener Witterung sollen die Fensterläden und Dachluken stets geöffnet sein (auf dem Heuboden) damit die Luft und der Wind freien Zutritt finden. Bei feuchtem Wetter sollen sie aber verschlossen bleiben.
Wird das Heu auf den Boden gebracht oder dort umgelegt, so müssen dicke Stangen, oder Kasten auch mit Stroh gefüllte Säcke senkrecht in die Heuhaufen gesetzt werden. Das Heu wird festgetreten und die Stangen & c. wieder herausgezogen. Die dann bleibenden Oeffnungen bilden Luftkanale, die die Austrocknung des Heues befördern.
b.) Wie haben wir zu füttern, um mit dem schlechten Trockenfutter auszureichen?
Das überstandene und verrechnete
(verregnete??) Heu hat 30 – 33 % seines Nährwertes verloren. Der gute Geschmack ist fort und das Vieh frißt es ungern. Eine Milchkuh bedarf täglich 15 Pfd Heu, 10 Pfd. Stroh und 30 Pfd. Knollenfutter. Diese Quantität genügt aber in diesem Jahre nicht, deshalb muß noch täglich 1 – 2 Haferstroh zugesetzt werden.
Erwärmung des Futters durch Selbsterhitzung oder durch Brühen erspart Futter und macht dasselbe verdaulicher. Mehreres hierüber und einige folgende Punkte siehe No. 9.
Die Stallwarme soll 14 – 15° K (müsste C=Celsius sein) betragen.
Kamm und Bürste sind beim Rind auch nicht zu sparen.
Wenn Stroh als Streumaterial verwendet wird, so muß es auf ¼ Fuß Länge geschnitten werden. Es nimmt dann besser die Jauche auf und spart Streumaterial. Als Streu wurden empfohlen: Farrenkraut, Veengras (Venngras) Heide und Torfstreu.
Zum Schluß wurde noch Anleitung zur Bereitung des Braunheu gegeben.
III
Der Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Königl. Reg. für den hiesigen Kreis 1500 M als Prämie für gut umzäunte Weiden bewilligt habe. Anmeldungen hierzu werden binnen 14 Tagen auf der hiesigen Bürgermeisterei entgegen genommen.

                 a.       u.       s. 
Der stellv. Vorsitzende       der Sekr.

M. Kreuz                                  Ferber