No. 18
Verhandelt Imgenbruch in der Wirtschaft der Geschw. Strauch d. 3 Dez. 1882.
Der Vorsitzende trug heute vor über den Ankauf, Fütterung und Mastung der Schweine.
Je nachdem der Landwirt Willens ist, das Schwein zu halten, d. h. längere oder kürzere Zeit, ehe es zur Mast eingelegt wird, je nachdem muß er die Race wählen. Das deutsche Schwein muß eine längere Zeit leben, ehe es ausgewachsen ist, denn das mit holsteinschen oder englischen gekreuzte.
Beim Ankauf eines Schweines ist auf einige Merkmale zu sehen, die fast immer ein Zeichen guter Mastfähigkeit sind.
Kurzer Rüssel mit aufgeworfener Schnauze, dicke Stirn und Nacken, kurzen gedrungenen Hals, abhängenden Bauch, geraden oder etwas eingebogenen Rücken, und der ganze Leib muß mit dichten aber feinen Borsten besetzt sein.
In der ersten Zeit nach der Entwöhnung füttert man hauptsächlich süße Milch, die man mit gekochten Kartoffeln oder Möhren und einem Zusatz von Getreideschrot oder Kleien zu einem dünnen Brei vermischen mag. Je mehr Milch und je weniger festes Futter beigemengt ist, desto besser für die Gesundheit und Entwicklung des Thieres.
Im Alter von 8 – 10 Wochen wird die gleiche Nahrung gereicht, nur daß man die süße Milch mit saurer abgerahmter vertauscht und an konsistenterem Futter etwas mehr zusetzt. Sehr entsprechend für das Gedeihen des Schweines ist ein kleiner Hof oder eingefriedigter Raum in der Nähe des Stalles, in welchen die Thiere bei milder Witterung getrieben werden, um ihrem Bedürfnis nach Bewegung und frischer Luft zu genügen. Nur dürfen sie an heißen Tagen nicht der Sonnenhitze ausgesetzt werden. Für das Faselschwein sind Grünfutterstoffe, als Gartenabfälle und Unkräuter, junger Klee, Gras, Blätter von Kraut und Rüben ein beliebtes Futter. Jedoch darf das kräftigere Futter dazwischen nicht fehlen. Sonstige Nahrungsmittel sind: Kartoffeln, Kohlrabi, Möhren, Runkeln, Malzkeime, Eicheln, Bucheln, Kleien, Hülsenfrüchte Oelkuchen & c. Dann und wann kann eine kleine Zugabe Salz nicht schaden. Als Trank hat das Küchenspülicht vor dem bloßen Wasser einen um so höheren Wert, je mehr Fett bei der Abspülung der Geschirre hinzukommt. Höher im Wert stehen Molken, am höchsten Milch und Buttermilch.
Als Mastfutter ist Getreideschrot am vorzüglichsten, aber auch am kostspieligsten. Weniger kostspielig, aber doch auch ein gutes Mastfutter sind Kartoffeln, Möhren mit einem Zusatz von Getreideschrot. Ferner Eicheln & c.
Die tägliche Futterration muß dem Schweine in vier bis fünf Mahlzeiten gereicht werden, indem es die Eingeweide des Tieres, zumal wenn es schon bedeutend angemästet ist, bedingen, daß es nur wenig Nahrung auf einmal zu sich nehmen kann. Schüttet man ihm also eine größere Portion auf einmal vor, so bleibt ein Teil im Troge stehen, verdirbt oder wird vom Schweine verunreinigt, und in keinem Falle ist es ihm nachher ein angenehmes Futter.

            a.       u.         s.
Der Vorsitzende;    Der Sekretär,
Kloeters                 Ferber