No. 14.
Verhandelt zu Imgenbroich im Wirtschaftshause von Hauseur am 3.n September 1882.

Nach Eröffnung der heutigen Sitzung machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß er sich für das Casino um eine Prämie beim landwirthschaftl. Verein für Rheinpreußen beworben habe, welche dieser wie alljährlich bei seiner diesjährigen General-Versammlung für auf eingerichtete Casinos pp. ausgesetzt habe; ferner, daß am 9.n October d. Js. der Herbstviehmarkt hierselbst stattfinde, zu dessen Beschickung dringend eingeladen wurde. Die Verleihung von Prämien für das beste zu Markt gebrachte Vieh u. die Veranstaltung einer jährlichen Ausstellung von Vieh u, landwirthschaftl. Produkten unter den Casino- Mitgliedern pp. wurde in Anregung gebracht, ein Beschluß jedoch hierüber wegen der noch fehlenden Prämiengelder nicht gefaßt. Der Vorsitzende übernimmt die weitere Betreibung der Angelegenheit. Des weiteren wurde auf die mit der Herbstgeneralversammlung der Lokal. Abtheilung Montjoie in Simmerath stattfindenden Ausstellung hingewiesen u. bemerkt, daß sich daran Jeder betheiligen könne.
Der Vorsitzende nahm die Berichte entgegen über die Erfolge der Anwendung des Kali- Düngers. Verschiedene Mitglieder sprachen sich befriedigend darüber aus, woran der Vorsitzende die Bemerkung knüpfte, daß, wenn das Kali den vielleicht etwas hochgespannten Erwartungen der Versuchansteller nach dem aus der Lokal-Abtheilung M. Gladbach vernommenen Referate über dieses Düngemittel nicht vollauf entsprochen habe, es dennoch nicht übersehen werden dürfe, daß das Kali auch und zwar vorzugsweise eine die Qualität der Gewächse verbessernde Wirkung habe, sowie, daß es als eins der wirksameren Vertilgungsmittel der Moose geschätzt sei. Die Düngung würde ganz gewiß die Qualität der Wiesen günstig beeinflußt haben, bei fortgesetzter Anwendung den Boden entsäuern, das schädliche Gras verdrängen u. den Boden allmählich von Moos befreien. Uebrigens sei auch eine Vermehrung des Bodenaufwuchses von ihr zu erwarten. Um die völlig verschiedenartige Wirkung des Kalis auf die einzelnen Bodenarten (:hier u. in M. Gladbach:) besser beurteilen zu können, verlas er einen Bericht des Professor Dr. Märker in der Zeitschrift des landw. Vereins für Rheinpreußen (:Juniheft pro 1882 No. 6 Seite 110:) über die Erfolge des Kalidüngers auf kalkhaltigem u. kalkfreiem Boden in der Ost- und Westschweiz, welche die verschiedene Wirkung sehr interessant illustriert u. knüpfte daran die Mahnung an die Mitglieder, keineswegs an dem Wiesendünger irre zu werden, sondern, was ja die Aufgabe der Vereinsmitglieder sei, zur Erreichung noch besserer Resultate und zur Gewinnung überhaupt eines hier empfehlenswerthen Wiesendüngers, die in dem eben citirten Berichte angedeuteten Winke zu beachten u. nächsthin das Kali im Verein mit Kohlensaurem Kalk und Superphosphat (Knochenmehl) anzuwenden resp. angemessene Versuche damit zu machen.
Endlich wurde die vom Central-Verein herausgegebene Obstbau-Zeitschrift empfohlen.
2. Der Vorschlag des Rötgen’er Casinos : fremdländische Hühner mit ihm gemeinsam zu beschaffen, um die heimische Race (Rasse) zu verbessern, fand nicht die Zustimmung der Versammlung, weil man glaubt, fremdes Zuchtmaterial in genügender Menge zu besitzen.
3. Am Schlusse der Sitzung hielt der Viehversicherungs-Verein General-Versammlung ab, um einer Aufforderung der Königlichen Regierung gemäß über einige Abänderungen und Ergänzungen seiner Statuten Beschluß zu fassen. Hierüber wurde ein besonderes Protokoll aufgenommen, welches im Besitze jenes Vereins ist.

Der Präses beschloß die Sitzung unter der Mittheilung, daß er 2 Anträge im Fragekasten vorgefunden habe, welche dem Vorstande unterbreitet werden u. worüber in der nächsten Sitzung Mittheilung gemacht werden solle.

a.  -  u.  -  s.
Der Präses,      der Sekretair,
Kloeters            Ferber