No. 5.

Verhandelt Imgenbruch in der Wohnung der Geschw. Strauch d. 1. Mai 1881.
Vortrag des Vorsitzenden über den Anbau der Steckrübe (Erdkohlrabi)
Zur Hebung der Rindviehzucht und zur Erzielung des größtmöglichsten Ertrages aus demselben ist unter anderem eine bessere Ernährung als die bisher hier in den meisten Ställen übliche , unbedingt erforderlich. Heu und Stroh reichen hierzu allein nicht aus. Und da die Beschaffung sonstiger Kraftfuttermittel für die meisten Viehbesitzer untunlich ist, so gibt uns der Anbau der Steckrübe hierfür Ersatz.
Soll aber die Steckrübe den Zweck erfüllen, so darf sie nicht in zu kleinen Portionen etwa als Leckerbissen, sondern in größern Mengen gegeben werden.
Die Erdkohlrabi verlangt einen von Unkraut reinen, tiefgründigen Boden; verträgt aber unser raues Klima sehr gut und ist auch gegen Frost nicht empfindlich. Die Düngung ist wie bei den Kartoffeln. Gute, mit Jauche durchtränkte Komposterde als Düngung angewandt sichern sehr hohe Erträge.
Die Errichtung einer lokalen Viehversicherung wurde in Anregung gebracht und soll das Nähere hierüber in der nächsten Versammlung, welche am Sonntag d. 5. Juni in dem Saale des Gerh. Offermann hier abgehalten werden soll.
Eingetretener Hindernisse wegen ist die Versammlung bis zum 10.Juli vertagt worden.

             V.   g.   u.
der Sekretär,  der Vorsitzende
Ferber             Kloeters