No. 4.

Verhandelt im Casino zu Imgenbruch d. 3. Apr. 1881
Der Vorsitzende teilte der Versammlung mit, daß der bestellte Hafer und der Rotkleesamen angekommen sei und beide von vorzüglicher Qualität seien. Der Verteilung findet morgen Montag bei dem Wirthen Hrn. Hauseur von 10 Uhr Morgens ab, statt.
Die Ankunft der bestellten Kartoffeln und des Weißklees wird in den ersten Tagen erwartet.
Sodann begann eine Verhandlung bezüglich der Hafereinsaat.
Der Grund, der häufig eintretenden Zweiwüchsigkeit, wurde, abgesehen von der Trockenheit der Witterung, in der mangelnden Vorbearbeitung der Felder gefunden. Entweder kommt das Samenkorn theils zu tief in den Boden oder es bleibt an der Oberfläche liegen, was ein unregelmäßiges Aufgehen zur Folge hat. Um ein regelmäßiges Keimen und Wachsen möglichst zu erzielen, soll
1.) das zur Hafersaat bestimmte Land im Herbst vorher umgebrochen werden.
2.) Wenn im Frühjahr erst gepflügt wird, auf eine gehörige Wendung der Grasnarbe gesehen und etwaige Spalten zugeegget werden. Bei dem Frühjahrspflügen wurde das Stürzen (??) und Stulpen (??) versuchsweise empfohlen.
3.) Darf ein wiederholtes Eggen vor der Einsaat nicht fehlen und besonders bei trockener Witterung das Walzen des Boden nicht unterbleiben.
Ueber das Anpflanzen der Kartoffeln wurde bemerkt: Daß es nicht genüge, das Feld blos obenhin zu lockern, sondern das Feld muß so tief umgeackert werden, damit der Untergrund auch für die Thauwurzeln zugänglich wird.
Die Reihen müssen 18 – 20 Zoll von einander entfernt und die Kartoffeln bei 4 – 5 Zoll Tiefe mindestens 1-1/4 Fuß weit gelegt werden, damit Licht und Luft zu den einzelnen Pflanzen dringen kann.
Wenn man auf eine reichliche Ernte Anspruch machen will, so darf das Häufeln seiner Zeit nicht vergessen werden, hierdurch setzen die Pflanzen immer neue Thauwurzeln an und sind also im Stande mehr Nahrung aus der Luft aufzunehmen. Auch wird hierdurch das Unkraut zerstört.
Endlich wurde noch einiges über die Bearbeitung der Wiesen besprochen. Das Eggen der Wiesen in den Mon. Jan. und Febr. sei hier besonders auf unseren moosreichen Wiesen zu empfehlen, indem dadurch die Moospflanzen zerstört werden. Bei trockener Witterung ist das Wieseneggen nicht anzurathen. Kann mit dem Eggen auch noch eine Düngung verbunden werden, so ist ein reichlicher Ertrag gesichert. In Bezug auf den Kleesamen sei bemerkt, daß derselbe doch so früh wie möglich ausgesät werde. Vor einem Regen sei die geeigneteste Zeit, sonst müsse er mit der Walze angedrückt werden.
Die Beiträge pro I. Sem. 1881 wurden vom Rendanten einkassiert.
Die nächste Versammlung wird Sonntag d. 1. Mai cur (Abk. für currentis in lateinischer Schrift ??) in der Wohnung der Geschw. Strauch Nachm. 5 Uhr stattfinden.

            v.         g.         u.
der Sekretär                 der Vorsitzende
Ferber                          Kloeters